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Pressemitteilung

GKV: Reform der gesetzlichen Krankenkassen

Ein Oberarzt im Ruhestand meldet sich zu Wort

Karl Edmund Vogt

Karl Edmund Vogt, stv. Vorsitzender ÖDP Kreisverband Eichsfeld, Oberarzt i.R. - Foto: ÖDP

2025 wurden die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkasse von 0,9 auf 2,5% fast verdreifacht, welche nur die Beitragszahler bezahlen. Die Ausgaben steigen schneller als die Einnahmen um 8% im letzten Jahr. Der Grundbeitrag beträgt 14,6%, von dem die Hälfte, 7,3% der Arbeitgeber zahlt. Das Defizit betrug 2024 6,6 Milliarden € und die Tendenz ist: das Defizit nimmt zu. Es werden deshalb strukturelle Reformen der Krankenkassen gefordert, eine Krankenkassenkommission soll die Möglichkeiten klären. Die Gesundheitsministerin posaunt, Kürzungen auf allen Ebenen (Pharma, Ärzte, Krankenhäuser usw.). Nur die Krankenkassen selbst werden vom Ministerium wie von der Krankenkassenkommission ausgespart.

  1. Wieso braucht man 92 Krankenkassen, die alle dieselben Beiträge haben und alle dieselben Krankheitskosten bezahlen müssen. Es reicht eine Kasse. Dadurch kann ein 3-stelliger Millionenbetrag eingespart werden und das Defizit um ca. 5% verkleinert werden.
  2. Sämtliche Kosten, die durch Nichtbeitragszahler entstehen, z.B. kostenlose Mitversicherung von Familienmitgliedern, Beitragszahlungen der verschiedenen Sozialhilfeempfänger und ähnliche sind staatliche Aufgaben und müssen vollständig vom Bund bezahlt werden und nicht ausschließlich von den Beitragszahlern der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Bessergestellten der privaten Krankenkassen-Versicherungen sind von diesen finanziellen Belastungen vollständig befreit.
  3. Wieso werden die Besserverdienenden durch die Beitragsbemessungsgrenze in ihrer Beitragszahlung bevorzugt? Diese liegt 2026 bei 77400€/Jahr oder 6450€/Monat. Das bedeutet, dass der prozentuale Beitragsanteil ab 6450 € wieder sinkt, und zwar umso deutlicher, je größer mein monatlicher Bruttolohn über diesen 6450 € liegt. Einmal ist das ungerecht, und zum anderen, wird das Geld angesichts des Defizits gebraucht und die Gesamtbeiträge der Krankenkasse könnten sogar gesenkt werde z. B. Die 2,5% Zusatzbeiträge.
  4. Es hat absolut nichts mit sozialer Marktwirtschaft zu tun, dass diejenigen, die über 6450 € im Monat verdienen, gar nicht erst in die gesetzliche Krankenkasse einbezahlen müssen, sondern sich zu besseren Tarifen ihre Krankheitsvorsorge bei einer privaten Krankenversicherung absichern. Sozial ist, wenn alle in eine gesundheitliche gesetzliche Versorgungskasse einbezahlen und besondere Wünsche (Chefarztbehandlung, Einzelzimmer u. s. w.) extra abgesichert.
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